An der Audencia, einer Wirtschaftshochschule in Nantes, fand eines der ersten groß angelegten Experimente mit der Complement Estelle Prusker-Deneuville , einer Dozentin im Studiengang SciencesCom, im Rahmen ihres Kurses „Verantwortungsvolle Information“ entwickelt
Das Ziel: einen KI-Avatar mit einem Einführungsteil des Kurses zu betrauen, der normalerweise in Präsenzform unterrichtet wird. Die Studierenden entdeckten wichtige Kennzahlen, Grafiken und Problemstellungen im Zusammenhang mit dem Vertrauen in die Medien und stellten sich dabei anregenden Fragen: Welchen Medien folgen die Franzosen? Wie lassen sich Informationen überprüfen? Wie kann man Desinformation bekämpfen?
Alles lief remote über einen einfachen Browser. Keine Softwareinstallation, kein statisches Video: Der KI-Tutor kommunizierte mündlich, analysierte die Antworten und passte das Lerntempo an jeden Schüler an.
Das 40-seitige Modul wurde innerhalb weniger Stunden mithilfe von Estelles Kursmaterialien entwickelt. „In einem anderthalbstündigen Workshop hatten wir bereits einige Folientexte und interaktive Elemente fertiggestellt und die Hälfte des Quiz entwickelt“, erklärt Gabriel du Chalard, Mitgründer von Complement. Estelle vollendete das Modul anschließend selbstständig, woraufhin es vom Complement-Team getestet wurde. Gabriel fügt hinzu: „Die Idee ist, Lehrkräfte zu befähigen, ihre eigenen Lernmaterialien eigenständig zu erstellen.“
Colline Thérial, Mitgründerin und CTO, fügt hinzu: „Als Estelle merkte, dass sie alles selbst steuern konnte – die bereitgestellten Informationen, das Tempo, die Fragen und die Übungen – wurde sie zur Dirigentin ihres eigenen Kurses. Genau das wollen wir mit Complement ermöglichen.“
Am 15. Mai erhielten die Studierenden (im Rahmen eines dualen Studiengangs, Master 2) eine kurze Einführung im Seminar und bearbeiteten das Modul anschließend selbstständig zu Hause in ihrem eigenen Tempo. Am darauffolgenden Tag trafen sie sich persönlich mit ihrer Dozentin, um ihre Erfahrungen zu besprechen. Coline war per Videokonferenz zugeschaltet.
Ihr Feedback war sehr positiv:

Das Experiment erlaubte es uns auch, weitere kursbezogene Daten zu sammeln, insbesondere die Erkenntnis, dass fast die Hälfte der Studierenden im Experiment ihre Nachrichten aus „Jugendmedien“ oder Medien mit einem zugänglichen Ton (Brut, HugoDécrypte, Konbini) bezieht, während traditionelle Medien viel seltener zitiert werden, mit wenigen Ausnahmen wie Le Monde.
Im Anschluss an das Experiment ist ein Treffen mit den Audencia-Teams geplant, um die detaillierten Ergebnisse zu präsentieren. Für Complement stellt dieses Experiment einen wichtigen Meilenstein dar: Es beweist, dass KI das Lernerlebnis bereichern und das Konzept des Flipped Classroom ermöglichen kann, ohne dabei die menschliche Interaktion zu ersetzen.
